Das Bundesfinale Jugend trainiert für Olympia ist für die jungen Athleten, die den Traum von den Olympischen Spielen im Herzen tragen immer eine ganz besondere Veranstaltung.
Und wenn man dann noch am Ende dieser erlebnisreichen Woche den Deutschen U16 Meister aus Bremen geschlagen hat und durch eine glückliche Fügung sogar als vermeintlicher Basketballer neben der von Robert Harting entzündeten Olympischen Flamme vor 3000 Zuschauer ganz oben auf dem Siegertreppchen steht, war dies sicher eine besondere Woche.

Nach erfolgreichem Landesfinale im Februar, in dem es den GyRi Boys nach 3 Jahren mal wieder gelang, den Landestitel zu erringen, fuhren Kalle, Julius, David, David, Luc, Jakob, Milan und Johann vom 05.05-09.05. nach Berlin, um dort die Hamburger Landesfarben zu vertreten und sich gegen die Vielzahl an Sportinternaten und Eliteschulen des Sports bestmöglich zu behaupten.
Bereits in der Vorrunde warteten mit den Sportinternaten aus Erfurt und Leipzig zwei entsprechende Großkaliber auf die Westend Volleys aus Rissen und Leipzig war auf den kurz vorher erfolgten Deutschen Vereinsmeisterschaft bereits 3. geworden. Da Schule und Verein hier identisch sind, richtete der Trainer vor allem den Fokus auf das dritte Vorrundenspiel gegen das Private Gymnasium aus Lahnstein, die mit angeschlossenem kleinem Verein und einem Wahlpflichtkurs an der Schule dieselben Voraussetzungen wie die Rissener mitbrachten.


Der frühestmögliche Start ins Turnier am Mittwoch gegen Erfurt brachte dann nach zugegeben schlechter Leistung eine deutliche Niederlage gegen Erfurt, doch bereits gegen Leipzig fanden die Westend Volleys aus Rissen ins Turnier und konnten den Favoriten mit zwei Jugendnationalspielern in den Reihen ein ums andere Mal ärgern. Zwar stand mit 20:25 und 22:25 am Ende die erwartete Niederlage, doch der Trainer blickte zuversichtlich auf das entscheidende dritte Vorrundenspiel.

Gegen Lahnstein ließen die Gyri Boys nie einen Zweifel aufkommen, dass der 3. Platz und damit die Qualifikation fürs Achtelfinale nach Rissen gehen sollte. Mit 25:17 und 25:18 sicherte man sich den Einzug, wo dann leider der in dieser Runde schwerstmögliche Gegner das Schul- und Leistungssportzentrum aus Berlin wartete. Doch die Rissener Jungs angeführt von Kapitän David Biermanski ließen sich auch von den im Schnitt 20cm Größenunterschied nicht einschüchtern und boten einen tollen Kampf, der am Ende mit 17:25 und 23:25 (nach 22:20 Führung) dann doch mit der erwarteten Niederlage endete, so dass das GyRi am nächsten Tag um die Plätze 9-12 spielen musste.



Dort wartete im ersten Qualifikationsspiel überraschend das Sportischule aus Bramen, welches auf der DM U16 völlig überraschend Deutscher Meister geworden war. Zwar fehlte ihnen ihr bester Spieler und dennoch standen den Rissenern auf der Gegenseite vier aktuelle Deutsche Meister gegenüber. Doch die Rissener wuchsen wie schon gegen Berlin über sich hinaus und brachten mit klug platzierten Schlägen und wuchtigen Blocks die Bremer immer wieder zur Verzweiflung. Die bei JtfO niedrigere Netzhöhe von nur 2,20m führte dann sogar dazu, dass Julius den letzten Block zum Satzgewinn (25:23) mit der Nase erzielte und in der Satzpause erst einmal erstversorgt werden musste. Doch die Rissener kennen keinen Schmerz und im 2. Satz sah man sich beim Stand von 15:11 schon auf der Siegerstraße. Doch plötzlich ertönten von der Tribüne lautstarke Anfeuerungsrufe für die Bremer. Das weibliche Bremer Team kam zur Unterstützung und mit neuer Energie gelang den Bremern die Wende und plötzlich wollte kein Ball mehr den Boden berühren, so dass nach einem 19:25 der Tiebreak entscheiden musste.

Obwohl die Stimmung inzwischen ähnlich war, wie wenn der HSV gegen Werder spielt, behielten die Rissener einen kühlen Kopf und ein heißes Herz, erspielten sich sukzessive eine kleine Führung und beim Stand von 14:11 hieß es Matchball. Während David Fugmann mit zwei überragenden Feldverteidigungsaktionen den Ball im Spiel hielt, war es Kalle Lühr vorbehalten, den Sack mit einem platzierten Longlineschlag zuzumachen.
Im Spiel um Platz 9 wartete dann der Sieger aus Mecklenburg-Vorpommern, den man ebenfalls von der Norddeutschen Vereinsmeisterschaft von vor 2 Jahren in Erinnerung hatte, wo man im Halbfinale siegreich gewesen war und sich damals sensationell für die erste Vereins-DM des Rissener SV qualifiziert hatte. Doch nach dem sensationellen Sieg gegen Bremen war der Spannungsabfall zu groß. In den entscheidenden Situationen wirkte Meck-Pomm etwas entschlossener und so ging das letzte Spiel mit 24:26 und 23:25 denkbar knapp verloren.

Das tat jedoch der guten Leistung der Rissener Jungs keinen Abbruch, die in allen Spielen außer zum Auftakt auf Augenhöhe agieren konnten und das gegen Schulen die 8-10 Trainingseinheiten die Woche organisieren.
So ging es am letzten Tag dann auch noch einmal in die Beach-Mitte, wo bereits die Beachsaison eingeläutet wurde, und am Ende wartete die Abschlussveranstaltung in der größten Schulsportveranstaltung der Welt in der Max-Schmeling Halle auf die Rissener und ein Rissener sollte plötzlich ganz oben stehen.




Die Basketballer der Eliteschule des Sports vom Alten Teichweg hatten zwar die Goldmedaille gewonnen, waren jedoch aufgrund der beginnenden Maiferien direkt nach dem Finale abgereist und so fiel aufgrund der gezeigten Leistungen, die Wahl auf die Rissen Boys, stellvertretend für Hamburg die Goldmedaille in Empfang zu nehmen und sich vor 3000 Zuschauern bejubeln zu lassen. Stellvertretend für das tolle Team wurde David Fugmann diese Ehre zu teil, der die Gratulation von Olympiasieger Robert Harting sicher in Erinnerung behalten wird.
























